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Nicht jede Tablette ist ohne Risiko teilbar
Nicht jede Tablette ist ohne Risiko teilbar Es erscheint so einfach: Aus eins mach zwei. Deshalb wird in Deutschland jede vierte Tablette geteilt. Vorteile hat dieses Verfahren scheinbar viele, aber auch schwerwiegende Nachteile. Zunächst bietet das Teilen die Möglichkeit, die Dosierung an den Bedarf des Patienten anzupassen. Dies kommt beispielsweise zum Tragen, wenn die Therapie einoder ausschleichend von statten gehen soll, also mit einer ansteigenden und geringer werdenden Dosierung. Zudem können Patienten durch das Tablettenteilen Geld sparen. Denn ein doppelt so hoher Wirkstoffgehalt geht meist nicht mit der Verdopplung der Kosten einher. Patienten, die regelmäßig Tabletten einnehmen müssen, können somit Praxisgebühr und Zuzahlung minimieren. Für den Arzt ergibt sich eine geringere Belastung seines Budgets. Häufi g ist auch die bessere Schluckbarkeit des Medikaments ein Grund, warum die Patienten dieses teilen oder sogar mörsern. Oft erfolgt dies jedoch auf Anordnung des Arztes.

Laut Untersuchungen gibt es allerdings einige bedenkliche Probleme beim Teilen. So fehlen in vielen Beipackzetteln Hinweise auf die Teilbarkeit, rund neun Prozent der geteilten Tabletten enthalten keine Bruchkerbe und jede 25. Tablette, die geteilt wird, ist nicht dafür geeignet – das sind die Ergebnisse aus Untersuchungen. Für Verwirrung sorgen auch Schmuckkerben, die suggerieren, dass ein Medikament teilbar ist. Je nach Arzneiform und deren Galenik ist das Stückeln nicht möglich: Das gilt beispielsweise für Dragees, Weichgelatine-Kapseln oder in der Regel für alle Tabletten ohne Bruchkerbe. Werden sogenannte Retard-Tabletten geteilt, besteht die Gefahr, dass der Wirkstoff, der eigentlich über einen längeren Zeitraum freigesetzt werden soll, auf einen Schlag in den Blutkreislauf gelangt. Hierbei können sich lebensgefährliche Situationen ergeben. Wenn die Ummantelung die Tabletten vor der aggressiven Magensäure schützen soll, werden sie unter Umständen unwirksam.

Ein großes Problem stellt auch der Teilungsvorgang selbst dar. Viele Patienten sind nicht in der Lage, die Tabletten so zu halbieren, dass zwei gleich große Stücke entstehen. Somit enthält eine Hälfte zu viel Wirkstoff, die andere zu wenig. Oft zerbröseln die Tabletten auch an der Bruchkante, was den Gehalt des Wirkstoffes ebenfalls verringert. Deshalb sollte Teilen mit dem Küchenmesser vermieden werden. Besser ist es, sich in der Apotheke einen Tablettenteiler zu kaufen. Dort kann man auch erfahren, ob das Medikament geteilt werden darf.
 
Alle Jahre wieder: Hilfe, die Pollen kommen!

Von Februar bis September dauert in der Regel die Pollensaison in Deutschland. Schätzungsweise 12 Millionen Menschen sind von Heuschnupfen betroffen. Auslöser dieser weit verbreiteten Allergie sindwinzige Partikel, die von verschiedenen Bäumen, Sträuchern, Gräser und Kräutern während der Blütezeitfreigesetzt werden. Diese Partikel – Pollen oder Blütenstaub genannt – werden durch Insekten oderden Wind verbreitet. Sie sind so klein, dass sie für das bloße Auge gar nicht sichtbar sind.

Im menschlichen Körper ist für die Abwehr von schädlichen Einflüssen das Immunsystem zuständig. Es besteht aus einem Netzwerk von eng zusammenarbeitenden Zellen und Botenstoffen und ist so angelegt, dass es körpereigene von körperfremden Strukturen unterscheiden kann. Ständig registriert und überprüft das Immunsystem sämtliche Elemente,die die körpereigenen Barrieren an Haut, Schleimhaut von Nase, Augen oder Darm über winden. Fühlt es sich von Bakterien, Viren oder Pilzenbedroht, setzt es sich zur Wehr. Der Körper gerät innerhalb kürzester Zeit in eine Art Alarm zustand undbekämpft die Eindringlinge mit unterschiedlichen Reaktionen.

Eine derart komplexe Organisationsstruktur wie das Immunsystem ist aber anfällig für Fehlfunktionen. Zwar sind die Hintergründe und Ursachen noch nichtgenau bekannt, doch kann das Immunsystem auf Stoffe reagieren, die normalerweise nicht zu den schädlichen Fremdkörpern zählen. Dann richtet sichder lebenswichtige Abwehrmechanismus gegenharmlose Stoffe und reagiert grundlos in Form einerAllergie. D.h. eine Reaktion, die zur Gesunderhaltung des Körpers gedacht ist, macht plötzlich krank. Dabei kann grundsätzlich jeder Stoff plötzlicheine Allergie auslösen.

Anhand eines Pollenflugkalenders ist es möglich, sich schon frühzeitig gegen Heuschnupfen zu wappnen.Beispielsweise können verschiedene Medikamente bereits vorbeugend verwendet werden und so starke allergische Reaktionen verhindern. Gut behandelbar ist u.a. die allergische Bindehautentzündung (Konjunktivitis) mit typischen Symptomen wie tränende, geschwollene und juckende Augen. Hierfür gibt es Tropfen auf Basis von Cromoglicinsäure, die innerhalb vonein bis zwei Tagen einen wirksamen Schutz aufbauen und ohne weiteres über einen längeren Zeitraum eingesetzt werden können. Genauso lässt sich allergischer Schnupfen (Rhinitis) bereits vor dem Auftreten von Beschwerden behandeln.

Schnelle Hilfe im Akutfall: Treten tränende, juckendeAugen oder Fließschnupfen überraschend auf, ist schnelle Hilfe angesagt. In diesem Fall sind Medikamente sinnvoll, die insbesondere bei starken allergischen Symptomen schnelle Linderung ver schaffen.So wirkt beispielsweise Azelastin, ein modernes Antihistaminikum der 2. Generation, bereits innerhalbvon nur fünf bis zehn Minuten.

 
Fieber bedeutet Kampf gegen Erreger
Fieber stellt keine eigenständige Krankheit dar, sondern ist eine Reaktion des Körpers auf eine Erkrankung. Diese kann äußere Einflüsse haben, wie Bakterien oder Viren oder innere, wie Tumore. Mit der Erhöhung der Körpertemperatur unterstützt der Organismus die eigene Abwehr.
Gemessen werden kann die Körpertemperatur mit einem herkömmlichen Fieberthermometer im Mund, unter den Achseln (ungenau) oder im After (am genauesten). Mit speziellen Thermometern kann die Temperatur auch im Ohr oder auf  der Stirn ermittelt werden, wobei es insbesondere im Ohr zu Messungenauigkeiten kommen kann. Wenig aussagekräftig ist das Fühlen an den Ohren. Wer kein Thermometer zur Hand hat, erkennt eine erhöhte Körpertemperatur bei einem Patienten am besten, wenn er die Hand auf dessen Bauch legt.
Fieber beginnt bei einer Körpertemperatur von 38 bis 38,5 Grad (rektal gemessen). Darunter spricht man von erhöhter Temperatur. Hohes Fieber liegt ab einer Temperatur von mehr als 39 Grad vor. Steigt das Fieber rasch an, nimmt es der Patient zunächst als „Frösteln“ wahr, das sich bis zum Schüttelfrost ausweiten kann. Erst wenn die Fieberspitze erreicht ist, erweitern sich die Gefäße und der Erkrankte beginnt zu schwitzen. Aufgrund des möglichen  Flüssigkeitsverlustes ist es erforderlich, dass der fiebrige Patient ausreichend trinkt.
Heutzutage ist es oft üblich, das Fieber mit Medikamenten wie Paracetamol künstlich zu senken. Dies ist nicht unbedingt notwendig und sinnvoll. Für das Immunsystem ist es wichtig, Infektionskrankheiten, die mit Fieber einhergehen, zu überwinden. Das Abwehrsystem lernt aus diesen Infektionen und wächst mit ihnen. Fieber unter 39 Grad Celsius sollte daher möglichst nicht medikamentös gesenkt werden, wenn es etwa als Begleiterscheinung einer Erkältung auftritt.
Über 39 Grad kann man die Fieberspitzen bei Bedarf mit Wadenwickeln oder auch homöopathischen Zäpfchen oder Globuli senken.
Falls der Patient sich sehr krank fühlt und ihn das Fieber belastet, ist es besser, ein fiebersenkendes Medikament zu geben. Hält das Fieber mehrere Tage an, sollte ein Arzt über die weitere Behandlung entscheiden. Fiebernde Säuglinge sollten immer von einem Arzt untersucht werden.
 
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