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Schlaganfall: Risiko erkennen und vorbeugen.
iStock/BeritK
Symbolbild

Ein Schlaganfall stellt oft das ganze Leben auf den Kopf. Menschen in jedem Alter kann es treffen. Lesen Sie, wie Sie vorbeugen und wie Ihre Apotheke Sie dabei unterstützt.

Es passiert von einem Moment auf den anderen: Plötzlich treten starke Kopfschmerzen auf, man findet nicht mehr die richtigen Worte oder es kommt zu Sehstörungen oder einseitigen Lähmungen oder Funktionsausfällen. Ein Arm kann nicht mehr gehoben werden oder ein Mundwinkel hängt. Diese und ähnliche Zeichen würden wohl viele noch als Symptome eines Schlaganfalls erkennen, vor allem, wenn sie bei älteren Menschen auftreten.

Kleiner Schlaganfall: TIA

Schwieriger ist es, einen kleinen Schlaganfall richtig einzuordnen, bei dem die Beschwerden nach kurzer Zeit, spätestens ein paar Stunden, wieder verschwinden. Man spricht dann von einer TIA (transistorische ischämische Attacke), einer kleinen und kurzfristigen Durchblutungsstörung des Gehirns. Auch wenn die Beschwerden diesmal nur leicht waren, ist das Risiko hoch, dass in den nächsten Jahren ein weiterer Schlaganfall folgt, der lebensbedrohlich sein kann. Was viele zudem nicht wissen: Ein Schlaganfall tritt zwar meist nach dem 60. Lebensjahr auf, aber es kann auch junge Menschen treffen.

Warum Lähmung oft halbseitig?

Die Gehirnhälften arbeiten über Kreuz, das heißt, die rechte Hälfte ist für die Funktionen der linken Körperhälfte zuständig. Die linke Gehirnhälfte steuert den rechten Körperbereich. Je nachdem welche Gehirnhälfte vom Schlaganfall betroffen ist, kann es deshalb in der linken oder rechten Körperhälfte zu Lähmungen oder Funktionsausfällen kommen.

Was im Gehirn passiert

Das Gehirn braucht ständig Sauerstoff und Nährstoffe, um zu funktionieren. Wird es nicht durchblutet, werden die Nervenzellen schon nach kürzester Zeit geschädigt. Für einen Schlaganfall gibt es hauptsächlich zwei Ursachen: In den meisten Fällen verschließt sich, ähnlich wie beim Herzinfarkt, eine Arterie im Gehirn durch ein Blutgerinnsel, sodass die dahinterliegende Region nicht mehr ausreichend durchblutet wird. Man spricht auch vom „Hirninfarkt“.

Bei der „Hirnblutung“ dagegen platzt ein Gefäß, es kommt zur Einblutung. Dabei wird die betroffene Gehirnregion beeinträchtigt, weil durch die Blutung lebenswichtige Zellen zusammengequetscht werden. Oft sind die Gehirngefäße bei einem Schlaganfall bereits geschädigt, zum Beispiel durch dauerhaften Bluthochdruck. Zudem kann sich bei Herzrhythmusstörungen im Herzen ein Gerinnsel bilden, das über die Blutbahn ins Gehirn gelangt.

Schnell reagieren

Bei einem Schlaganfall können Minuten darüber entscheiden, wie schwerwiegend die Folgen sind. Manchmal bleiben nur leichte Lähmungen zurück, in schweren Fällen sind Betroffene lebenslang auf den Rollstuhl angewiesen oder erlangen ihre Sprachfähigkeit nicht wieder. Je schneller die ärztliche Behandlung einsetzt, um das Blutgerinnsel aufzulösen oder die Blutung zu stoppen, umso besser sind die Heilungschancen. Deshalb gilt in jedem Fall, egal ob es um einen selbst geht oder andere: Warten Sie nicht ab, ob sich die Beschwerden legen, sondern wählen Sie umgehend den Notruf 112.

Die Symptome

Folgende Symptome deuten auf einen Schlaganfall hin:

  • plötzlich auftretender Schwindel und/oder sehr starke Kopfschmerzen
  • Sehstörungen
  • Sprachstörungen, verwaschenes oder undeutliches Sprechen oder das Unvermögen, Worte auszusprechen,
  • Taubheitsgefühl in Gesicht, Arm oder Bein oder eine plötzliche, einseitige Lähmung

FAST-Test: Schlaganfall erkennen

Der FAST-Test hilft, bei Verdacht auf Schlaganfall den Überblick zu behalten. Prüfen Sie mithilfe der vier Buchstaben der englischen Begriffe, ob die betroffene Person in der Lage ist, folgende Handlungen auszuführen, und zögern Sie bei einem der Symptome nicht, schnell Hilfe zu holen:

_ F steht für Face (Gesicht): Lächeln ­– ist es symmetrisch oder einseitig?

_ A steht für Arm (Arm): Beide Arme gleichzeitig heben. Das kann nur jemand, der keine Lähmungen hat.

_ S steht für Speach (Sprache): Einen einfachen Satz nachsprechen, um eine Sprachstörung zu erkennen.

_ T steht für Time (Zeit): Bei Verdacht auf Schlaganfall keine Zeit verlieren und den Notruf 112 wählen!

Dem Schlaganfall vorbeugen

Keiner will einen Schlaganfall am eigenen Leib erleben. Deshalb ist es gut zu wissen, dass man selbst viel in der Hand hat, um das persönliche Risiko zu senken. Zu den bekannten Faktoren, die sich beeinflussen lassen, zählen:

Das Rauchen am besten ganz sein lassen. Denn Rauchen ist Gift für die Gefäße.
Für Frauen sollten es täglich nicht mehr als etwa ein Glas Bier oder Wein sein, für Männer nicht mehr als zwei. Und suchen Sie sich mindestens zwei Tage pro Woche aus, an denen Sie ganz verzichten.
Befreien Sie sich mit ausgewogener Ernährung und reichlich Bewegung von überflüssigen Pfunden. Lassen Sie sich gerne in Ihrer Apotheke oder ärztlich dazu beraten.
Krankheiten, die das Schlaganfallrisiko erhöhen, sollten gut mit Medikamenten eingestellt sein. Dazu gehören Diabetes und Bluthochdruck, die zu einer Gefäßschädigung – Arteriosklerose – beitragen.
Wichtig ist, das „schlechte“ LDL-Cholesterin und die Triglyzeride im Blick zu behalten. Ein gesunder Lebensstil und Medikamente helfen, hohe Werte zu regulieren.

Um das Schlaganfallrisiko zu minimieren, bringt es schon viel, auf eine gesunde Ernährung zu achten. Als besonders günstig gilt die Mittelmeerkost mit viele Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten, gesunden Fetten wie Olivenöl, Fisch, wenig Fleisch und Salz in Maßen. Und Sie wollten schon längst mal wieder regelmäßig spazieren gehen, Rad fahren oder walken? Am besten gleich starten, denn körperliche Aktivität ist ein wichtiger Baustein für eine gesunde Gewichtsregulation und ein gesundes Lebensgefühl. Wichtig auch: Bei der Behandlung von hohem Blutdruck und einem Diabetes konsequent sein.

Wie Ihre Apotheke hilft

Wenn Sie Fragen zum Thema Schlaganfall haben, beraten wir Sie auch gerne bei uns in Ihrer Apotheke vor Ort. Wir erklären Ihnen, welche Risikofaktoren Sie im Blick behalten sollten, wann eine ärztliche Untersuchung sinnvoll ist und unterstützen Sie mit Informationen zu Einnahme, Dosierung und Wechselwirkungen Ihrer Medikamente. Bei uns haben Sie auch die Möglichkeit, Ihren Blutdruck oder die Blutfettwerte kontrollieren zu lassen. Wir beraten Sie, welche Maßnahmen beim Rauchstopp am besten helfen, und geben Tipps, wenn Sie sich bewusster ernähren möchten.

Richtig Blutdruck messen

Um die Blutdruckwerte im Blick zu behalten, lohnt sich ein Blutdruckmessgerät für zu Hause. Lassen Sie sich gerne bei uns beraten, was bei der Anwendung zu beachten ist, um verlässliche Werte zu erhalten. Nehmen Sie sich zum Beispiel vor der Messung fünf Minuten Zeit, um zur Ruhe zu kommen.

Marcel Wree,

Ihr Apotheker

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1) Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
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