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Zwei Füße, einer steht flach auf dem Boden, der andere macht einen Schritt und hat die Ferse auf dem Boden aufgesetzt. Über ihn laufen Ameisen, die das Kribbeln in den Füßen bei Diabetes versinnbildlichen
koszivu/stock.adobe.com
Symbolbild

Die Füße brennen, kribbeln oder schmerzen – das sind typische Zeichen, wenn Diabetes die Nerven schädigt. Warum B-Vitamine sinnvoll sein können.

Mehr als die Hälfte der Diabetiker entwickeln im Laufe der Erkrankung Nervenschäden, die sich meist zuerst an den Füßen zeigen. Oft kribbeln die Füße, brennen oder schmerzen. Manchmal geht sogar das Gefühl ganz verloren und die Füße oder auch Hände fühlen sich taub an. Nervenschäden werden auch Neuropathie genannt.

Gefahr hoher Blutzucker

Besonders häufig entstehen Nervenschäden, wenn der Blutzucker über lange Zeit nur unzureichend eingestellt war. Dann lagern sich Abbauprodukte in den Nervenzellen ab und sie können nicht mehr richtig arbeiten. Besonders die langen Nerven, die bis in die Füße reichen, sind anfällig für Schäden. Sie können im Laufe des Diabetes jedoch in allen Organen auftreten, sodass es auch an den Augen, im Magen-Darm-Trakt, an der Blase oder Herz und Nieren zu Problemen kommt.

Gefahr Amputation

Wenn das Schmerzempfinden durch Nervenschäden beeinträchtigt ist, werden Verletzungen an den Füßen häufig nicht bemerkt. Da die Füße schlechter durchblutet werden, heilen Wunden dort auch weniger gut. Sie entzünden und infizieren sich bei Diabetikern leichter, bis hin ins tiefere Gewebe. Dann kann das diabetische Fußsyndrom entstehen, eine der häufigsten Ursachen für Amputationen in Deutschland.

Das A und O bei Diabetes

Die beste Möglichkeit, Nervenschäden vorzubeugen und ein Fortschreiten zu verhindern, sind gut eingestellte Blutzuckerwerte. Auch auf Nervengifte wie Alkohol und Nikotin sollte möglichst verzichtet werden. Ein gesundes Körpergewicht und ausreichend Bewegung tragen dazu bei, erhöhten Blutzucker zu senken und so Nervenschäden vorzubeugen.

Frühzeitig handeln

Schon bei den ersten Missempfindungen sollte der Arzt darauf angesprochen werden. In vielen Fällen besteht die Möglichkeit, mit Medikamenten gegenzusteuern. Neben den verordneten Medikamenten gibt es weitere Behandlungsansätze.

Bei dem Reizstromverfahren TENS (Transkutane elektrische Nervenstimulation) zum Beispiel werden Elektroden auf die Haut geklebt. Sie geben elektrische Impulsen ab, die die Nerven stimulieren.

Vitamin-B-Mangel

Für die Funktion der Nerven spielen die Vitamine B1, B6, und B12 und Folsäure eine wichtige Rolle. Die Einnahme dieser B-Vitamine ist bei Nervenschmerzen sinnvoll. Ein Mangel an B-Vitaminen, zum Beispiel durch die Einnahme bestimmter Medikamente, kann die Nerven schädigen oder ihre Funktion beeinträchtigen sowie zu Taubheitsgefühlen und Kribbeln führen.  

B-Vitamine in Lebensmitteln

Vitamin B1 – auch Thiamin genannt – muss regelmäßig über die Nahrung aufgenommen werden, da der Körper keine großen Mengen speichern kann. Gute Lieferanten sind Erbsen, Haferflocken, Sonnenblumenkerne und Vollkornbrot. Außerdem ist Vitamin B1 empfindlich gegenüber Wärme, Luft und Wasser, sodass die Lebensmittel möglichst schonend zubereitet werden sollten. Bei Vitamin B6 gibt es in der Regel keinen Mangel, da es sich in vielen Lebensmitteln, vor allem in Fleisch und in grünem Gemüse, findet. Vitamin B12 ist vor allem in Fleisch, Milchprodukten und Eiern enthalten.

Die Nerven schützen

Die folgenden Maßnahmen helfen dabei, die Nerven zu schützen und das Fortschreiten von Nervenschäden bei Diabetes aufzuhalten:

  • Den Blutzucker regelmäßig kontrollieren und langfristig gut einstellen.
  • Auf eine ausgewogene Ernährung achten.
  • Die Teilnahme an einem Versorgungsprogramm (DMP) für Diabetiker unterstützt bei der Behandlung und Lebensführung und hilft, diabetischen Folgeschäden vorzubeugen.
  • Ausreichend bewegen. Am besten eine Sportart wählen, die Spaß macht, und auch im Alltag körperlich immer aktiv sein. Für die Füße sind regelmäßige Spaziergänge am besten.
  • Mit dem Rauchen aufhören.
  • Nur wenig Alkohol trinken oder besser ganz darauf verzichten.
  • Das Gewicht kontrollieren oder Übergewicht reduzieren.
  • Ärztliche Kontrolltermine wahrnehmen, um Folgeschäden der Neuropathie wie das diabetische Fußsyndrom zu vermeiden.
  • Öfter ein Fußbad nehmen und die Füße anschließend eincremen, um Verhornungen vorzubeugen. Sie könnten einreißen.
  • Schuhe nur nachmittags kaufen, sodass sie groß genug sind und nicht drücken. Im Laufe des Tages schwellen die Füße etwas an.

Die Nerven unterstützen

Eine Nahrungsergänzung kann helfen, Nervenbeschwerden wie Kribbeln, Brennen und Taubheit zu lindern. Entsprechende Präparate enthalten zum Beispiel die Vitamin-B1-Vorstufe Benfotiamin, die vom Körper 5-mal besser aufgenommen werden kann als das eigentliche Vitamin B1. Ein weiterer nervenschützender Stoff, der bei diabetischer Neuropathie infrage kommt, ist die Alpha-Liponsäure. Sie fängt schädigende Abbauprodukte ab und verbessert so die Blutversorgung der Nerven.

Füße kontrollieren

Kontrollieren Sie als Diabetiker täglich Ihre Füße auf kleinere Verletzungen. Sie werden bei Nervenschäden oft nicht bemerkt und können schnell zu Komplikationen führen. In Ihrer Apotheke erhalten Sie Fußcremes speziell für Diabetiker. Nutzen Sie zur Fußpflege nur Instrumente, die die Haut nicht verletzen, und gehen Sie zur medizinischen Fußpflege.

Marcel Wree,

Ihr Apotheker

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