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Eine Erkältung kommt immer dann, wenn man sie gar nicht gebrauchen kann. Die richtigen Mittel helfen durchzuhalten.

Die Nase juckt, der Hals kratzt – schon wieder eine Erkältung im Anflug! Einfach mal das Bett hüten wäre eigentlich das Beste. Doch im Büro steht ein dringender Termin an. Bei leichten Beschwerden ist es durchaus vertretbar, arbeiten zu gehen. Allerdings sollte man genau abwägen, ob man sich gut genug fühlt oder sich doch lieber schont. Bei stärkeren Beschwerden, Fieber oder Schüttelfrost ist unbedingt eine Auszeit wichtig. Auch um andere vor einer Ansteckung zu bewahren. 

Apropos Ansteckung: Um andere zu verschonen, sollten Sie besser aufs Händeschütteln verzichten. Schnell gelangen die Viren von der Hand in die Augen und von hier in den Körper. Die Erreger haben aber kaum eine Chance, wenn sie über den Mund aufgenommen werden. Sie wandern mit dem Speichel in den Magen und werden von der Magensäure zersetzt. Ein Küsschen ist also weniger riskant als ein Händedruck.

Schnupfennase schonen

Wer häufig die Nase putzen muss, merkt, wie strapaziös das für die Haut ist. Sie wird wund, brennt und ist gerötet. Unangenehm, wenn es gleich ins Meeting geht. Etwas sanfter sind Kosmetiktücher oder Taschentücher mit Balsam aus Aloe oder Calendula. Eine Wund- und Heilsalbe mit Dexpanthenol schont die gereizte Haut. Für die empfindliche Schleimhaut gibt es spezielle Nasensalben.

Fließschnupfen lindern

Oft fängt die Erkältung mit einem Fließschnupfen an. Wenn Sie vor der Arbeit noch Zeit finden, gönnen Sie sich noch etwas Gutes: Eine Nasenspülung mit Kochsalzlösung oder eine Dampfinhalation mit ätherischen Ölen wie Eukalyptus befeuchtet die Nasenschleimhäute. Die Nase läuft anschließend nicht mehr so stark. Nasenspülkannen und Dampfinhalatoren sowie Spülsalz und ätherische Zusätze erhalten Sie in Ihrer Apotheke. Meerwassersprays können unterwegs helfen, die Nase feucht zu halten.

Übrigens: Viele schwören bei Schnupfen auf selbst gemachte Hühnersuppe. Sie soll entzündungshemmend wirken und Atemwegsinfekte lindern. Also am besten vorkochen, einfrieren und bei Bedarf einfach auftauen und genießen.

Quelle: istockphoto/Jan-Otto

Ansteckung vermeiden

Die ersten Tage einer Erkältung gelten als besonders ansteckend. Jetzt gilt: Besser in den Ellbogen husten statt in die Hand. Halten Sie einen Meter Abstand zu anderen Menschen und wenden Sie sich beim Husten oder Niesen ab. Verwenden Sie Taschentücher nur einmal und entsorgen Sie diese in einem Abfalleimer mit Deckel. Und nach jedem Husten oder Niesen und auch sonst regelmäßig die Hände waschen: Mindestens 20 Sekunden mit Seife unter fließendem Wasser.

-Quelle: Stocksy/Giada Canu

Nase befreien

Im Laufe der Erkältung macht die Nase oft dicht. Beim Sprechen ist das besonders unangenehm. Kurzfristig leisten abschwellende Nasentropfen oder -sprays gute Dienste. Sie sollten nicht länger als eine Woche eingesetzt werden, um eine Gewöhnung zu vermeiden. Wir beraten Sie gerne zur Anwendung.

Halsschmerzen lindern

Bei Halsschmerz ist es wichtig, mit Lutschtabletten oder Bonbons die Speichelproduktion anzukurbeln. Im Speichel sind Stoffe enthalten, die den Viren zu Leibe rücken. Wählen Sie am besten zuckerfreie Bonbons, um die Zähne zu schonen. Gut schmecken sollten sie auch, damit der Speichel besser fließt. Salbei-, Honig- oder Thymianbonbons beruhigen den entzündeten Rachen. Und nicht vergessen, den Schal um den Hals zu legen, wenn Ses raus geht. Am besten tragen Sie ihn den ganzen Tag. Die Wärme tut gut und lindert den Schmerz.

Schnell gegen Schmerz

Oft geht die Erkältung mit Kopf- und Gliederschmerzen einher. Dann hilft eine Schmerztablette. Für unterwegs gibt es Schmerzmittel in Pulverform, die ohne Getränke eingenommen werden können.

Mit Salbei sprühen

Gurgeln mit lauwarmem Salbeitee lindert Halsschmerzen. Noch besser gelangt der Tee in den Rachen, wenn man ihn mit einer kleinen Sprühflasche aus der Apotheke hineinsprüht.

Antibiotika selten nötig

Sinnlos ist es, bei einer Erkältung gleich ein Antibiotikum einzunehmen. Es wirkt gegen Bakterien, nicht gegen Erkältungsviren. Erst wenn im Laufe einer Erkältung eine bakterielle Infektion hinzukommt, kann der Arzt entscheiden, ob ein Antibiotikum sinnvoll ist. 

Husten nicht gleich Husten

Auf Halsweh und Schnupfen folgt oft produktiver Husten. Er darf nicht unterdrückt werden, da die Atemwege durch ihn gereinigt werden. Verbleibt das Sekret in den Bronchien, können sich Bakterien darin ausbreiten. Hustenlösende Medikamente, zum Beispiel als Brausetabletten, erleichtern das Abhusten. Auch viel trinken löst das Sekret.

Wenn der Husten trocken wird, hat er keine Reinigungsfunktion mehr und kann mit Medikamenten unterdrückt werden. Hierfür gibt es Hustenstiller, die am Abend eingenommen, auch für erholsamen Schlaf sorgen. Bevor es endlich aufs Sofa oder ins Bett geht, stellen Sie noch Wasserschälchen auf die Heizung. Das sorgt für eine höhere Luftfeuchtigkeit, die den Atemwegen guttut.

Wann zum Arzt?

Bei sonst gesunden Menschen ist die Erkältung nach etwa einer Woche überstanden. Nur der Reizhusten kann hartnäckig sein. Wenn er nach etwa zwei Wochen nicht verschwunden ist, sollte man zum Arzt gehen. Das ist auch sinnvoll, wenn sich Beschwerden nach einer Woche nicht deutlich bessern oder der Infekt besonders schwer verläuft. 

Nicht abwarten, Tee trinken!

In Erkältungstees entfalten schweißtreibende Heilkräuter wie Linden- und Holunderblüten ihre Wirkung. Bei Husten leisten Thymian, Spitzwegerich und Primelwurzel gute Dienste.

Marcel Wree,

Ihr Apotheker

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